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Stipendium für Zweitstudium nur teilweise auf Werbungskosten anzurechnen

Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine Berufsausbildung oder für sein Studium sind nur dann Werbungskosten, wenn der Steuerpflichtige zuvor bereits eine Erstausbildung (Berufsausbildung oder Studium) abgeschlossen hat, § 9 Abs. 6 EStG.

Damit können Bildungsaufwendungen als (ggf. vorweggenommene) Werbungskosten berücksichtigt werden, soweit es sich um eine Zweitausbildung handelt.

Im Urteilsfall erhielt der Kläger für seine Zweitausbildung einen monatlichen Betrag i.H. von 750 Euro als Aufstiegsstipendium aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

In der eingereichten Einkommensteuererklärung bestritt das Finanzamt in diesem Fall zwar nicht die Möglichkeit, die Kosten des Zweitstudiums als Werbungskosten geltend zu machen, zog aber den Jahresbetrag der Stipendiumsleistungen i.H. von rd. 9.000 EUR von den erklärten Studienkosten ab, und reduzierte damit in erheblichem Umfang die geltend gemachten Werbungskosten des Klägers.

Dagegen klagte der Student und bekam vor Gericht Recht. Das Finanzgericht Köln reduzierte in seinem Urteil vom 15.11.2018 (Az.: 1 K 1246/16) die Anrechnung des Stipendiums um 70% auf nur noch 30%.

Die Stipendiumsleistungen würden nämlich sowohl für die Kosten der allgemeinen Lebensführung als auch zur Bestreitung von Bildungsaufwendungen gezahlt. Nur soweit Bildungsaufwendungen ausgeglichen würden, lägen keine Werbungskosten vor.

Der Senat ermittelte die nicht anzurechnenden Beträge anhand der allgemeinen Lebenshaltungskosten eines Studenten.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Öffnet externen Link in neuem FensterProfessor Michael Bartsch erläutert Ihnen gern die Entscheidung des Finanzgerichts und prüft die Anwendbarkeit auf Ihren Fall.

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